WAS GIBT'S NEUES? (2012)

Datum Inhalt

08.04.12

Es ist von jeher Tradition bei den Blomberger Parteizeitungen von SPD und CDU gewesen, sich nebenher mit Themen zu schmücken, die nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind. So auch mal wieder beim SPD-Stadtboten vom März 2012. Auf Seite 6 berichtet die SPD-Hauspostille über die Schilderaktion des "Arbeitskreises Atomausstieg" vom 11. März – es klingt fast so, als wären die Genossen selbst Teil dieser Aktion gewesen.

Ja, liebe Genossen, der Arbeitskreis Atomausstieg hat damals nach Fukushima im Frühjahr 2011 auch SPD-Vertreter zum Mitmachen im Arbeitskreis eingeladen. Leider ist jedoch niemand gekommen. So fanden dann die folgenden Aktionen des Arbeitskreises ohne SPD-Beteiligung statt: Teilnahme an der großen Anti-AKW-Demo im April 2011, Informationsabend mit Dr. Eisenberg im Mai 2011, Stromwechselparty im Sommer 2011, Grohnde-Schilderaktion am 11.03.12.

Dessen ungeachtet ist es natürlich im Interesse des Arbeitskreises Atomausstieg, wenn über seine Aktionen möglichst breit berichtet wird, selbstverständlich auch im SPD-Stadtboten. Also bitte weiter berichten, liebe Genossen, wenn ihr schon nicht im Arbeitskreis mitmachen wollt ...

24.03.12

Nach dem überraschenden Tod des Betreibers Gerhard Lödige war die Zukunft des Bioland-Hofes an der Tegerstr. 40 in Großenmarpe eine Zeitlang in der Schwebe. Als Glücksfall erwies sich dann im letzten Jahr, dass die jungen Eheleute Meyer-Nordloh den Hof mitsamt dem angeschlossenen Bio-Hofladen im Oktober 2011 übernahmen. Somit konnte die Bioland-Tradition der Lödiges fortgeführt werden.

Der diplomierte Landwirt Alexander Nordloh und die gelernte Naturkost- und Naturkosmetik-Fachberaterin Svenja Meyer bringen in der Kombination ideale Voraussetzungen mit, um das Bioland-Unternehmen zu betreiben.

Alle weiteren Informationen – z.B. zum Produktsortiment, zur Anfahrt und zu den Öffnungszeiten – sind auf der neuen Homepage des Hofes zu finden: http://www.hofmeyernordloh.eu/

Die Blomberger Grünen wünschen den Eheleuten Meyer-Nordloh viel Erfolg und Stehvermögen für ihr Vorhaben! Unseren kleinen Einkaufsführer mit Öko-Adressen in Blomberg haben wir entsprechend aktualisiert.

15.03.12

Zum Gedenken an die Atomkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl finanzierten über 3.000 Einzelpersonen und Gruppen aus ganz Deutschland eine großformatige, ganzseitige Anzeige in der "Süddeutschen Zeitung" vom 10.03.12.

Auch der Blomberger "Arbeitskreis Atomausstieg" sowie weitere BlombergerInnen waren mit von der Partie. Hier nur ein kleiner Auszug aus dem Anzeigentext:

12.03.12

Der Arbeitskreis Atomausstieg hat am Fukushima-Gedenk-Wochenende ca. 50 AKW-Warnplakate in Blomberg und Umgebung an die Ortsschilder gehängt. Diese Warnplakate sollen daran erinnern, dass sich das AKW Grohnde in lediglich 25 km Luftlinien-Entfernung von Blomberg befindet.

Damit liegt Blomberg, verglichen mit Fukushima, innerhalb der 30-km-Sperrzone. Sollte es in Grohnde zu einem GAU kommen, wäre somit Blomberg samt seinen sämtlichen Ortsteilen komplett zu evakuieren.

Manchmal ist es ganz gut, sich das klarzumachen. Wer die geringe Entfernung nicht glauben kann, dem sei ein Blick auf http://www.luftlinie.org/32825-blomberg_grohnde empfohlen ...

07.03.12

Am Sonntag, dem 11. März, jährt sich der Atom-GAU in Fukushima zum ersten Mal. Zum Gedenken an dieses Ereignis finden im gesamten Bundesgebiet an 6 verschiedenen Orten Anti-AKW-Großdemonstrationen statt. In der Region OWL sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, am Sonntag um 13 Uhr auf den Opernplatz nach Hannover zu kommen. Alle weiteren Infos zur Anreise und zum Programmablauf finden sich an dieser Stelle. Mit dem "Niedersachsenticket" können Blomberger Teilnehmer in Kleingruppen umweltfreundlich und preiswert mit dem Zug von Bad Pyrmont nach Hannover und wieder zurück kommen.

Zum Abschluss dieses Gedenksonntages laden der "Arbeitskreis Atomausstieg" und die ev.-ref. Kirchengemeinde um 18.45 Uhr zu einer Mahnwache auf den Marktplatz vor dem Rathaus ein. Im Anschluss daran findet um 19 Uhr eine kurze Andacht in der Blomberger Klosterkirche statt, wie schon im letzten Jahr nach den wöchentlichen Mahnwachen.

Auch in diesem Jahr sind Informationen über die von der Atomenergie ausgehenden Gefahren das zentrale Anliegen des "Arbeitskreises Atomausstieg". Das AKW Grohnde liegt nur 25 km Luftlinie von Blomberg entfernt. Bei einem Atomunfall in Grohnde läge Blomberg also innerhalb der 30-km-Sicherheitszone, wie sie in Fukushima eingerichtet wurde.

Das Atomkraftwerk Grohnde ist laut Bundesamt für Strahlenschutz das AKW mit der höchsten Leistung und den meisten Störfällen in Deutschland. Entsprechend groß ist das Gefahrenpotenzial für alle Anwohner der Region. Aufgrund der geringen Entfernung von Blomberg sind die Einwohner bei jedem Störfall, aber auch während des Normalbetriebs unmittelbar betroffen.

Dies trifft besonders auf die jährlichen, wochenlang andauernden Revisionen zu, bei denen ein Teil der Brennelemente ausgetauscht wird. Da hierfür das Reaktordruckgefäß geöffnet werden muss, erhöht sich die Freisetzung von Radioaktivität an die Umwelt über den Abluftkamin um ein Vielfaches. Dies ist für den menschlichen Organismus – besonders bei Kindern – extrem belastend. Im Jahr 2011 fanden in Grohnde sogar zwei Revisionstermine statt, im Mai/Juni und im November/Dezember. Die "übliche" Jahres-Strahlenbelastung wurde dadurch praktisch verdoppelt.


Weitere MitarbeiterInnen sind im "Arbeitskreis Atomausstieg" herzlich willkommen. Ansprechpartner ist Hermann Söhnel, Tel. 05235/97315, Email: hermann.soehnel@web.de.

01.03.12

iPod®, iPhone® und iPad® sind in der EDV-Welt bekannte Marken, warum hängen wir uns nicht an den Trend und machen auch mal was mit 'nem kleinen "i" vornedran, weil's so modern klingt und weil das "i" bekanntlich für "intelligent" steht. Im Jahr 2008 führten die BVB daher ein internet-basiertes Programm namens iKunde ein (Autor: IT-Dienstleistungsrechenzentrum AOV, Gütersloh, aufzurufen über die BVB-Website). Dabei ist nicht so recht klar, ob nun das Programm intelligent sein soll oder die Kunden, die es benutzen. Der intelligente Kunde stellt jedenfalls relativ rasch fest, dass das Programm über einige Macken verfügt, die den Umgang damit in Teilen höchst irritierend gestalten.

Grundsätzlich ist der Ansatz von iKunde gut gedacht. Man kann damit im Wesentlichen:

  • die Zählerstände für Gas, Wasser und Strom für einen beliebigen Tag eingeben und sich die Ablesedaten im Nachhinein auflisten lassen
  • sich den Abschlagsplan nach Gas, Wasser, Abwasser und Strom getrennt auflisten lassen
  • sich die Rechnungsadresse und die Bankverbindung anzeigen lassen und bei Bedarf ändern
  • sich die Jahresabrechnungen bis 2003 anzeigen lassen
  • die Zählerständen und Adressdaten bei Umzug oder Auszug eingeben
  • sich eine Rechnungssimulation erstellen lassen (bis Januar 2012, derzeit herausgenommen!)

Die Probleme fingen damit an, dass der Chronist sich entschloss, die Rechnungssimulation zu benutzen, die für den Kunden anhand der aktuellen Zählerstände eine fiktive Rechnung erstellt und per Mail zuschickt. Das funktionierte zwar mit Wasser/Abwasser, aber nicht mit Gas. Trotz mehrfacher Reklamation bei BVB tauchte der Gasverbrauch in der Rechnungssimulation nicht auf. Anfang 2012 spielte die Rechnungssimulation dann völlig verrückt: Gleiche Abrechnungsperioden kamen dort plötzlich mehrfach vor und das Programm errechnete eine Wasser/Abwasser-Nachzahlung von 2.240€ für das Jahr 2011. Nachdem dieser gravierende Berechnungsfehler bei BVB moniert worden war, wurde der Menüpunkt Rechnungssimulation aus iKunde entfernt und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Eine Benachrichtung darüber erfolgte jedoch leider nicht.

Der zweite größere Kritikpunkt betraf die Ablesedaten. Der zuletzt vom Chronisten eingegebene Ablesewert für Gas vom 31.01.12 wurde im Januar plötzlich 7-fach gedoppelt aufgelistet. Später verschwanden dann plötzlich alle in 2012 bereits eingegebenen Ablesewerte wieder komplett aus iKunde. Zuverlässigkeit sieht anders aus ... ein Kunde sollte schon sicher sein können, dass seine Ablesewerte im Rechenzentrum gut aufgehoben sind.

Da Reklamationen bei BVB nichts halfen, entschloss sich der Chronist, die Probleme direkt beim IT-Dienstleister AOV in Gütersloh anzusprechen. AOV sagte zu, dass der zuständige Programmentwickler sich kümmern würde. iKunde vermeldet beim Aufruf nun "aufgrund einer Umstellung" aktuell einen Wartungstermin für den Zeitraum vom 09.03. - 12.03.2012.

Es bleibt abzuwarten, ob die monierten Fehlfunktionen des Programms danach behoben sind ...


® by Apple Inc.

22.02.12

Am Wochenende (25.02-26.02.) finden – wie jedes Jahr – die Lippischen Altbau-Sanierungstage in Detmold unter dem Motto "Klimaschutz mit Eigennutz" statt. Unter Federführung des Detmolder Niedrigenergie-Instituts (NEI) wurde wieder ein attraktives Programm mit Fachvorträgen auf die Beine gestellt. Viele Aussteller sind mit ihren themenbezogenen Ständen vertreten.

Veranstaltungsort ist die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Emilienstr. 34. An beiden Tagen (Sa/So) ist die Ausstellung von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei!

Während der ab Montag, dem 27.02. folgenden "Lippischen Altbau-Sanierungswochen" werden noch bis zum 9. März Vorträge zum Thema Altbausanierung und Energieeinsparung stattfinden (Programm). Als krönender Höhepunkt ist der Tag des offenen Altbaus am 10.03. gedacht, an dem 6 verschiedene sanierte Gebäude zur Besichtigung freigegeben sind.

20.02.12

Offenbar unter dem unmittelbaren Eindruck der Atomkatastrophe von Fuskushima am 11. März 2011 hatte die SPD-Fraktion bereits kurz danach am 04.04.11 folgenden Antrag gestellt:

    "Die Blomberger Versorgungsbetriebe sollen den Anteil am Atomstrom reduzieren und eine Perspektive entwickeln, künftig gänzlich auf Atomstrom zu verzichten."

Listigerweise wurde in diesem Antrag darauf verzichtet, eine Zeitschiene für diese Perspektive vorzugeben. So konnte man alles im Ungefähren belassen, ohne sich genauer festlegen zu müssen.

Im Nachhinein betrachtet trotzdem ein interessanter Antrag. Stellt sich doch jetzt im Nachhinein heraus, dass die BVB zum Zeitpunkt des SPD-Antrages im Zeitraum 2006 bis 2010 bereits den Atomstromanteil um mehr als die Hälfte (von 47,1% auf 22,2%) reduziert hatten (wir berichteten am 15.02.). Es hätte also des SPD-Antrages gar nicht eigens bedurft.

Schlussfolgerung:

  • Entweder wusste die SPD damals von der längst stattgefundenen, "freiwilligen" Reduzierung des BVB-Atomstromanteils nichts und stellte ihren Antrag in gutem Glauben. Das wäre peinlich, denn im BVB-Aufsichtsrat hat die SPD die Mehrheit und sollte darum Bescheid über die Entwicklung des BVB-Strommixes wissen.
  • Oder die SPD wusste sehr wohl darüber Bescheid und formulierte ihren Antrag damals als reinen "Show"-Antrag.

Beides wirft kein gutes Licht auf die Genossen ...

15.02.12

Zur Ratssitzung am 15. Dezember 2011 hatten die BVB eine Statistik präsentiert, die belegen sollte, dass die BVB bereits in den letzten Jahren ihren Atomstrom-Anteil kontinuierlich reduziert haben (wir berichteten am 16.12.11). Anhand der prozentualen Anteile der verschiedenen Energiearten (Energiemix aus Atomstrom, aus fossilen und aus erneuerbaren Energieträgern) sollte nachgewiesen werden, dass die BVB bereits auf einem guten Weg weg vom Atomstrom sind.

Wie sehen nun die Fakten aus?

  • Von 2006 bis 2010 erniedrigte sich der Atomstromanteil bei BVB von 47,1% auf 22,2%, wurde also in etwa halbiert.
  • Der Anteil aus Erneuerbaren Energien (EE) stieg von 2006 bis 2009 von 17,4% auf 29,3%. Jedoch sackte die EE-Quote im Jahr 2010 wieder auf 26,7% ab.
  • Im Zeitraum 2006-2010 erhöhte sich der Fossilstromanteil von 35,5% auf 51,1%. Mehr als die Hälfte der BVB-Stromlieferung aus 2010 bestand also bereits aus fossilen Energiequellen (Kohle, Erdgas, sonstige).

Fazit: Atomstrom runter, Fossilstrom rauf: Wenn so die "Energiewende" aussieht, dann scheint die BVB-Geschäftsführung und der sie "kontrollierende" Aufsichtsrat wohl etwas falsch verstanden zu haben – Stichwort: Treibhauseffekt durch erhöhten CO2-Ausstoß. Richtig wäre vielmehr, in den nächsten Jahren den Anteil der Erneuerbaren auf Kosten der fossilen Energien mit eindeutiger Tendenz nachhaltig auszubauen.


Am Rande notiert: Bereits im Dezember 2011 hatten wir in der Ratssitzung anhand des BVB-Zahlenwerks spontan die Kritik geäußert, dass man zwar seit 2006 den Atomstromanteil reduziert, dafür aber den Stromanteil aus fossilen Energien erhöht habe. Stichwort: "Teufel mit Beelzebub austreiben". Dieser Spruch wurde dann auch so in der Lokalpresse wiedergegeben (LZ-Artikel).

Nicht so im Protokoll der fraglichen Ratssitzung. Für die SPD-geführte Verwaltung war die fundamentale Grünen-Kritik offenbar so schwer erträglich, dass man sie in der Sitzungsniederschrift schlicht wegließ. Wir stellten daraufhin den Antrag, die Niederschrift wahrheitsgemäß zu korrigieren (Antragstext). Wie zu erwarten, wurde dieser Antrag dann in der folgenden Ratssitzung mit SPD/FDP-Mehrheit abgelehnt. Gleichwohl: Der Antrag ist aktenkundig geworden und kann somit jederzeit im Ratsinformationssystem nachgelesen werden.

26.01.12

Ob die sich wohl was merken lassen? Eigentlich war ja geplant, dass die BVB das Stromnetz der Blomberger Ortsteile von E.ON Westfalen-Weser (EWA) zum 1. Januar 2012 übernehmen sollten. Dass aus der Übernahme zum geplanten Termin nichts geworden ist, sollten inzwischen alle Ortsteilbewohner gemerkt haben, denn das Netz ist nach wie vor in den Händen von EWA.

Was ist passiert? Warum hat die Netzübernahme zum Jahresanfang nicht geklappt? Auf ausdrückliche Nachfrage der Grünen Ratsfraktion wurde in der Dezember-Ratssitzung von der Verwaltung über den damals aktuellen Stand berichtet – allerdings nur im nicht-öffentlichen Teil. Aus diesem Grund dürfen wir darüber leider nichts berichten. Aber es gibt öffentlich verfügbare Anhaltspunkte, aus denen man Rückschlüsse ziehen kann.

Aus dem öffentlichen Teil der letzten Ratssitzung ging aus dem BVB-Wirtschaftsplan für 2012 hervor, dass 6,1 Mio. Euro für die Stromnetzübernahme in den Ortsteilen eingeplant sind. Die Summe deutet aufgrund ihrer Größenordnung darauf hin, dass das Netz nicht von EWA gemietet, sondern vielmehr gekauft werden soll. Dazu passt die Berichterstattung in der heutigen LZ, nach der E.ON ihre Tochtergesellschaft EWA gerne an die Städte und Gemeinden verkaufen möchte.

Wir sind der Meinung, dass nicht nur der Rat, sondern auch die Öffentlichkeit – besonders in den Ortsteilen – ein Anrecht darauf hat, über den aktuellen Stand der Dinge – zumindest in groben Zügen informiert zu werden. Vorbildlich ist in dieser Beziehung übrigens die Stadt Leopoldshöhe, die ebenfalls zum 01.01.12 eine Netzübernahme von EWA vorgesehen hatte, dies aber, genau wie Blomberg, nicht zu diesem Termin geschafft hatte. Bereits im Dezember 2011, noch vor Weihnachten, informierte Bürgermeister Schemmel in einem Presse-Interview in der LZ über den aktuellen Stand der Dinge.

Wir würden uns wünschen, wenn die Blomberger Ratshaus-Strategen den aktuellen Netzübernahme-Status genauso offen kommunizieren würden wie die Leopoldshöher Stadtverwaltung, anstatt ihre Bürgerinnen und Bürger dumm sterben zu lassen.

19.01.12

Nach dem Atom-GAU in Fukushima hatte sich im Frühjahr 2011 aus den "Mittwochs-Mahnwachen" vor dem Blomberger Rathaus ein überparteilicher "Arbeitskreis Atomausstieg" gebildet, der sich mit Unterstützung der ev.-ref. Kirchengemeinde seitdem regelmäßig im Gemeindezentrum zusammenfindet (wir berichteten seinerzeit über die Gründung).

Als erste eigene Veranstaltung des Arbeitskreises Atomausstieg gab es kurz nach Ostern 2011 Ende April einen Informationsabend über die Strahlenbelastung durch Tschernobyl und durch AKWs im Normalbetrieb. Der Herforder Kinderarzt Dr. Eisenberg referierte als Mitglied der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW (wir berichteten über die Veranstaltung).

Als nächste Aktion organisierte der Arbeitskreis im Juli 2011 eine "Ökostrom-Wechselparty", bei der sich Bürgerinnen und Bürger ausführlich und im informellen Rahmen über das Thema Ökostrom informieren und mit Informationsmaterial eindecken konnten (wir berichteten).

Auch im neuen Jahr bleiben die von der Atomenergie ausgehenden Gefahren das zentrale Thema für den Arbeitskreis Atomausstieg. Das AKW Grohnde liegt nur 25 km Luftlinie von Blomberg entfernt. Diese Tatsache wird aber oft ignoriert oder verdrängt, auch von den lokalen Entscheidungsträgern. Daher stellte der Arbeitskreis allen 32 Blomberger Ratsmitgliedern nebst Bürgermeister eine Broschüre zu, in der auf 32 Seiten Wissenwertes über die Gefahrenlage seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahre 1984 aufgeführt ist (Broschüre als PDF-Datei).

Bereits im Normalbetrieb geht von der Anlage eine erhebliche Gefahr aus. Dies trifft besonders auf die jährlichen, wochenlang andauernden Revisionen zu, bei denen ein Teil der Brennelemente ausgetauscht wird. Da hierfür das Reaktordruckgefäß geöffnet werden muss, erhöht sich die Freisetzung von Radioaktivität an die Umwelt über den Abluftkamin um ein Vielfaches. Dies ist für den menschlichen Organismus – besonders bei Kindern – extrem belastend. Im Jahr 2011 fanden in Grohnde sogar zwei Revisionstermine statt, im Mai/Juni (02.05.-14.06.11) und im November/Dezember (18.11.-05.12.11). Die "übliche" Jahres-Strahlenbelastung wurde dadurch praktisch verdoppelt.

Das Atomkraftwerk Grohnde ist laut Bundesamt für Strahlenschutz das AKW mit der höchsten Leistung und den meisten Störfällen in Deutschland. Entsprechend groß ist das Gefahrenpotenzial für alle Anwohner der Region. Aufgrund der geringen Entfernung von Blomberg sind die Einwohner bei jedem Störfall, aber auch während des Normalbetriebs unmittelbar betroffen.

Aus den genannten Gründen appelliert der Arbeitskreis Atomausstieg in seinem Begleitschreiben an die Blomberger Ratsvertreter:

    "Bitte setzen Sie sich als Ratsmitglied dafür ein, dass die Stadt Blomberg durch Maßnahmen zur Energieeinsparung und durch den Wechsel zu regenerativen Energien innerhalb kurzer Zeit atomstromfrei wird."

Weitere Mitstreiter sind im Arbeitskreis herzlich willkommen. Ansprechpartner ist Hermann Söhnel, Tel. 05235/97315, Email: hermann.soehnel@web.de.

03.01.12 Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat mal wieder zugeschlagen: Ohne dass es in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, werden ab dem neuen Jahr Stromgroßverbraucher komplett von den Netznutzungsgebühren befreit. Andere Unternehmen mit einem Stromverbrauch von mindestens 100.000 kWh können sich auf Antrag teilweise von der Netznutzungsgebühr befreien lassen. Faustregel: Je mehr ein Betrieb an Strom verbraucht, desto weniger zahlt er für die Netznutzung.

Die so entgangenen Netznutzungsentgelte sollen über eine neue Umlage auf alle anderen Verbraucher umgelegt werden. Damit drohen im neuen Jahr Preiserhöhungen für private Verbraucher und kleinere Gewerbebetriebe. Nach einem Bericht der LZ vom 13.12.11 muss ein Musterhaushalt bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh mit rund 26 Euro zusätzlich pro Jahr rechnen. Andere Quellen berichten von einer jährlichen Erhöhung von 7 Euro bei 4.000 kWh/a.

Die Stadtwerke Lemgo haben bereits im Dezember 2011 angekündigt, im neuen Jahr u.a. wegen der neuen Netznutzungsgebühr ihre Strompreise zu erhöhen. Von Seiten der BVB war – wie nicht anders zu erwarten – bisher zu diesem heiklen Thema noch nichts zu vernehmen. Die Grünen werden daher in der nächsten Ratssitzung im Februar nachfragen, wie es damit steht.

01.01.12 Same procedure as every year: Ihnen, den Lesern unserer "Blomberger GRÜNEN Seiten", wünschen wir für das Jahr 2012 alles Gute und viel Erfolg bei Ihren privaten und geschäftlichen Unternehmungen!

Die Grünen bieten Ihnen als einzige Partei in Blomberg bereits seit 1997 (!) eine Homepage in der vorliegenden Form. Damit sind wir schon fast seit den Anfangstagen des WWW mit dabei. Im November 2012 können wir daher bereits unser 15-jähriges Jubiläum feiern.

Vergleichen Sie uns ruhig mit den erst ab 2000 erschienenen Konkurrenzprodukten von FBvB, CDU, SPD und FDP. Achten Sie dabei vor allem auf die Aktualität und den Umfang der präsentierten Informationen. Sie werden feststellen: Die "Grünen Seiten" brauchen gegenüber der politischen Konkurrenz keinen Vergleich zu scheuen! Vielleicht stellen Sie dabei auch fest, dass es Blomberger Parteien gibt, die zwar eine "Seite" ins Netz stellen, aber keine Inhalte ... oder jedenfalls kaum Inhalte, die etwas mit lokaler Politik zu tun haben.

Auch in diesem Jahr werden wir Sie über Grüne Politik auf lokaler und überregionaler Ebene auf dem Laufenden halten. Nutzen Sie den Informationsvorsprung und die Dauerhaftigkeit der Informationen, die Sie damit gegenüber anderen Medien als Vorteil haben.

Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen. Schreiben Sie uns Ihre Meinung, Ihre Anregungen und Kommentare unter info@gruene-blomberg.de. Die Email-Adressen unserer Fraktionsmitglieder finden Sie bei den Infos zur Grünen Ratsfraktion.


Beachten Sie ebenfalls den Blog unseres Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Arnecke, in dem er zu Blomberger Themen, aber auch zu überregionalen Themen Stellung nimmt.

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